Dermatologie

Nicht nur in der Humanmedizin spielen Hautkrankheiten eine wichtige Rolle, auch bei unseren Haustieren nehmen dermatologische Probleme immer mehr zu. Die Haut ist das größte Organ des Körpers, ebenso groß ist die Liste der möglichen Erkrankungen. Längst geht es nicht mehr um einen „normalen Juckreiz“ durch Flohbefall, sondern um komplexe Hautkrankheiten unterschiedlicher Genese. Angefangen von Parasiten, über Autoimmunerkrankungen, (Pilz)-Infektionen, endokrinen- und hormonellen Ursachen für Hautveränderungen bis hin zu Allergien oder Arzneimittelreaktionen müssen diese möglichen Ursachen in der dermatologischen Untersuchung abgearbeitet werden.

Allergien z. B. sind bei Hunden und Katzen ein weit gefasstes Gebiet und können, wie bei uns Menschen auch, die unterschiedlichsten Ursachen haben, angefangen von Futtermittelallergien über Hausstauballergien bis hin zu Gräsern, Pollen und vielem mehr. Wichtig ist die Differenzierung zwischen einer Allergie und einer möglichen Atopie (Überempfindlichkeitsreaktion auf Umgebungsallergene der auch eine genetische Prädisposition zugrunde liegen kann).

Oft ist gerade auf dem Gebiet der Dermatologie der Leidensdruck bei Haustier und Tierbesitzer groß. Ein ständiger Juckreiz, offene Hautstellen am Körper usw. sind eine große Belastung.

Unsere Tierärztin Frau Dr. Assunta Toggenburg ist speziell auf dem Gebiet der Dermatologie tätig und hat im Oktober 2020 ihre Weiterbildung bei Improve international zum GPcert Dermatology erfolgreich abgeschlossen.

 

 

 

Die Anamnese hat, wie bei jedem medizinischen Fall, eine sehr wichtige Bedeutung in der dermatologischen Fallaufarbeitung. Futterwechsel oder saisonal bedingte Symptome können meist nur vom Besitzer berichtet und beobachtet werden.

Sollten Sie einen Termin bei unserer Dermatologin Frau Dr. Toggenburg haben, möchten wir Sie bitten bereits folgende Fragen durchzugehen bzw. zu beantworten. Sie finden am Ende der Seite auch ein Dokument mit den Fragen zum ausdrucken und ausfüllen.

  • Welche Hautveränderungen zeigt Ihr Tier?
  • Seit wann zeigt Ihr Tier diese Hautprobleme?
  • An welcher Stelle / Körperregion zeigt Ihr Tier diese Hautveränderungen?
  • Hat Ihr Tier Juckreiz?
  • Wie beurteilen Sie die Stärke des Juckreizes auf einer Skala von 0-10? (0=überhaupt kein Juckreiz / 10= extremer Juckreiz, durchgehend, Tier lässt sich überhaupt nicht ablenken und davon abhalten)
  • Haben Sie einen saisonalen Zusammenhang bei dem Auftreten des Juckreizes beobachtet (z. B. nur im Frühjahr, vermehrt bei Pollenflug) oder treten die Symptome das ganze Jahr über auf?
  • Welches Futter bekommt Ihr Tier?
  • Seit wann bekommt Ihr Tier dieses Futter?
  • Verwenden Sie irgendwelche Fell- / Hautpflegeprodukte oder Shampoos? Wenn ja welche und wie oft?
  • Bekommt Ihr Tier sonstige Medikamente oder Salben? Wenn ja was und in welcher Dosierung?
  • Wann wurde Ihr Tier zuletzt gegen Ektoparasiten (Flöhe, Zecken, Milben) behandelt und mit welchem Präparat?
  • Liegen bereits Untersuchungsergebnisse oder Diagnosen von Kollegen vor? Wenn ja bitte z. B. in Kopie mitbringen.

Allen voran steht auch in der dermatologischen Fallaufarbeitung die allgemeine klinische Untersuchung. Mittels Adspektion (Ansehen), Auskultation (Abhören), Palpation (Abtasten) und ggf. Perkussion (Abklopfen) wird das Tier durchgecheckt. Gerade bei neuen Patienten ist es unerlässlich einen momentanen Ist-Zustand des Tieres zu dokumentieren und sich einen „Überblick“ zu verschaffen.

Im speziellen Fall der Dermatolgie liegt das Hauptaugenmerk natürlich beim Haut- und Haarkleid. Es werden Fell- und Fellqualität beurteilt, sowie insbesondere Krallen, Pfoten, Ohren und Übergänge zur Schleimhaut genauestens überprüft.

Zur Diagnosestellung in der Dermatologie stehen uns eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Etliches lässt sich bereits in unserer tierärztlichen Praxis untersuchen, einige Proben müssen zu speziellen Laboren / Histologen geschickt werden.

Einige diagnostische Maßnahmen möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

  • Trichogramm – Auszupfen der Haare mittels Klemme oder Pinzette und anschließende mikroskopische Beurteilung. Nicht nur die Haarstruktur wird beurteilt, Pilze oder Parasiten können ebenfalls nachgewiesen werden.
  • Hautgeschabsel – Mit einer Skapellklinge werden vorsichtig obere Hautschichten abgetragen und unter dem Mikroskop angeschaut. Verschieden Milbenarten können so nachgewiesen werden.
  • Zytologie – Die Beurteilung des Zellbildes mittels Mikroskop, z. B. durch Feinnadelaspiration (FNA), Abklatschverfahren, Tupferproben, Klebestreifenabklatsch od. ähnliches.
  • Hautbiopsie – Unter Kurznarkose werden von veränderten Hautbereichen oder auch Umfangsvermehrungen Hautstanzen genommen und zur histo-pathologischen Beurteilung ins Labor geschickt.
  • Bakteriologie und Mykologische Untersuchung – Hier werden mittels Tupfer Proben von veränderten Hautbereichen genommen oder auch Gewebeproben (z.B. Haare) für Untersuchungen auf Pilze eingeschickt.
  • Allergiediagnostik – Allergien auf z. B. Schimmelpilze, Milben, Flohspeichel, Bäume, Gräser und Kräuter werden mittels Blutuntersuchung nachgewiesen. Eine anschließende Hyposensibilisierung (ASIT – allergenspezifische Immuntherapie) kann durchgeführt werden. Im Gegensatz dazu wird die Futtermittelallergie mit einer mindestens 12-wöchigen Ausschlussdiät diagnostiziert.